Prähistorische Pfahlbauten in österreichischen Seen

14.01.2015, mit Fotogalerie

Am 14. Jänner fand ein sehr interessanter Vortrag an der Karl-Franzens Universität Graz mit der Headline „Prähistorische Pfahlbauten in österreichischen Seen- ein UNESCO Welterbe taucht auf“ statt. Der Vortag wurde gehalten von Mag Henrik POHL vom Kuratorium Pfahlbauten.

Prähistorische Pfahlbauten in österreichischen Seen
Kuratorium Pfahlbauten, C. Howe

In einem sehr informativen Vortrag wurde das seit 2011 UNESCO Kulturerbe und Hintergründe über die archäologische Arbeit vorgestellt. Aber auch die aktuelle Situation und Einflüsse bzw. deren Auswirkungen auf die Fundstellen standen im Fokus des Vortrages.

Das 6 länderübergreifende  UNESCO Kulturerbe umfasst 111 von ca. 1000 bekannten Pfahlbauten aus der prähistorischen Zeit (5000 - 500 vC). 5 dieser Siedlungen davon liegen in Österreich.

 

3 x Attersee (Litzlberg-Süd, Antsdorf I und II)

1 x Mondsee (Station Mondsee) eine Siedlung datiert mit 4500-3800 vC mit einer Ausdehnung von ca. 100 x 80 Meter.

1 x Käutschachersee, eine Inselsiedlung mit einer Ausdehnung von ca. 80 Meter. Die Siedlung  liegt auf einer Untiefe auf ca. 1,5 Meter. Diese Erhebung nahezu in der Seemitte liegt ca. 10 Meter über Seegrund.

 

Um diese Kulturgüter auch der Öffentlichkeit zugängig zu machen bzw. darüber zu informieren sind an den meisten Stellen Pfahlbaupavillons errichtet worden und lässt die BesucherInnen in die Rolle eines Urzeitmenschen schlüpfen und gibt die Möglichkeit sein eigenes Tun und Handeln zu ergründen.

Während des Vortages erfolgte  eine Beschreibung der Arbeitsweise:

Darunter 2m lange Kernprobeentnahmen unter anderem zur Pollen und C4 Untersuchung. Auch das Setzung von sogenannten Erosionsmarkern wurde erläutert.

 

Neben der Erosion erfahren die Fundstellen aber auch einen Einfluss verursacht durch Mensch und Tier.

Durch den Menschen verursachte Schäden und Einflüsse erfolgten besonders in der Vergangenheit durch Unwissenheit.  Durch die eingerichteten Schwimm- und Tauchverbote  konnten wesentliche Einflüsse reduziert werden.

Nicht unwesentliche Schäden werden derzeit noch immer durch die sogenannten Bojenkrater verursacht. Diese Bojenkrater entstehen durch die am Boden liegende Kette der Boje und haben ein Ausmaß von bis zu 8 Meter Durchmesser und 2 Meter Tiefe. Dieser Einfluss könnte durch anbringen einer Tiefenboje an der Kette  nahezu zur Gänze vermieden werden. Einer einfachen Methode um das Ausschaben des Seegrundes zu vermeiden.

Unter den Tieren haben vor allem der Zander und der Signalkrebs durch ihr Verhalten bei der Nahrungssuche bzw.  durch Laich - und Ruheverhalten einen Einfluss.

 

Alle 5 in Österreich liegenden Siedlungen wurden in einem 2 jährigen  1. Monitorringzyklus bearbeitet. Eine weitere Phase soll 2015 beginnen.

Um einer Vorstellung zu herhalten, wie eine Siedlung ausgesehen haben könnte, wurde auf den Animationsfilm von 7Reasons hingewiesen.

Als Ausblick darf die im Jahr 2020 geplante Landesausstellung „6000 Jahre Siedlungskultur“ erwähnt werden.

Eine offene Frage und Diskussionsrunde schloss diesen sehr interessanten Vortrag ab.

 

Download:

Folder Prähistorische Pfahlbauten

Ein jungsteinzeitlicher Pfahlbau im Keutschacher See

 

LINKS:  

Kuratorium Pfahlbauten UNESCO-
Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen:

 http://www.palafittes.at/

7Reasons: 

ein-jungsteinzeitlicher-pfahlbau-im-keutschacher-see-karnten

 

 

Ein Vortrag von

Mag Henrik POHL

Kuratorium Pfahlbauten

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